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Laudatio zum 100-jährigen Bestehen

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim UnternehmenSehr verehrte Gäste,
liebe Familie Herr,

mir wurde die Aufgabe gestellt, zum Hundertjährigen des Bauunternehmens einen kurzen Abriss seiner Geschichte zu geben. Dabei bleiben Hinweise nicht aus, die zeigen, dass die Geschichte des Unternehmens verknüpft ist mit der Struktur und Entwicklung des Ortes und der Nachbargemeinden in denen die handwerkliche Tätigkeit ausgeübt wurde und weitergehend, dass die allgemeine Geschichte den Gang der Dinge ebenfalls beeinflusst hat.

Da viele Gäste hier sind, die mindestens die Hälfte der Zeit, in der die Unternehmensgeschichte sich abgewickelt hat, selbst miterlebt haben, wird dies die Einordnung von Details und die Gesamtbetrachtung sicher erleichtern.

Der Gründer des Unternehmens Peter Herr war am 29. August 1878 geboren und gehörte damit zur Generation der Gründerzeit, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland viel veränderte.

Er kam von Schwalbach in die damalige Gemeinde Münster, wo er mit seinem Namen Herr bereits auf viele Familienstämme der Herr’s traf. Diese waren teilweise seit dem Ende des 16. Jahrhunderts hier ansässig. Um die Familienstämme zu unterscheiden, haben sich die Familienstämme selbst durchnummeriert und mit einer römischen Zahl belegt. So kommt es zum Namen Peter Herr VI.

Um auf einen weiteren Familienstamm beispielhaft hinzuweisen:
Viele Anwesende werden sich sicher noch erinnern an das in den 60ziger und siebziger Jahren bekannte Fuhrunternehmen Wilhelm Herr II.

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim UnternehmenAls Peter Herr sein Baugeschäft gründete war er 24 Jahre alt. Die Gründung datiert vom 01. Januar 1903. Seine Frau, eine geborene Mollath, heiratete er am 15. Februar desselben Jahres.

Zu dieser Zeit waren die Dörfer Münster, Niederhofheim und Oberliederbach überwiegend landwirtschaftlich geprägt und die Auftraggeber der Handwerksbetriebe waren deshalb zu einem großen Teil die Bauern.

Der Gründer arbeitete mit 12 bis 15 Mitarbeitern die zur damaligen Zeit den überwiegenden Teil ihrer Tätigkeit in echter Handarbeit ohne große technische Unterstützung leisten mussten.

Da bis nach dem zweiten Weltkrieg die Art und Weise der Durchführung von Bauarbeiten im wesentlichen gleich blieb, werden sich viele noch an die Speispfanne erinnern, in der der Mörtel angerührt wurde, oder an den Speisvogel mit dem der Mörtel vom „Hanjer“ über die Leitern auf das Baugerüst geschafft wurde. Auch der Gerüstbau zeigt die Entwicklungsstufen am Bau auf. Der Gründer musste noch mit Stangengerüsten, die mit Ketten verbunden wurden, arbeiten. Danach kamen die Holzleitergerüste, die mit Stricken verbunden wurden. Heute wird mit verschraubten Stahlrohrgerüsten gearbeitet.

Auch der Gründer musste sich um Aufträge kümmern und so besuchte er an Sonntagen die Bauern in Münster, Niederhofheim und Oberliederbach um Aufträge für Scheunenerneuerungen, Stallungen und sonstige Bauaufträge in den Gehöften zu erhalten.

Peter Herr (der dritten Generation) der seinen Großvater als Junge öfters zu diesen „Sonntagsgesprächen“ begleitete, erinnert sich sehr gern an die aquisitorischen Fähigkeiten, die dabei zu Tage traten.
Neben der Abwicklung von Bauaufträgen, der zuvor beschriebenen Art, entwickelte der Gründer auch im heutigem Sinn „Bauträgertätigkeit“ Er beschaffte sich Baugrundstücke, machte einen Planung und suchte, nachdem er bereits mit dem Bauen begonnen hatte, Käufer.

Der Gründer des Baugeschäftes kümmerte sich zwar intensiv um sein Geschäft, er war aber auch fest in das Gemeindeleben des Ortes Münster eingebunden und in vielen Vereinen aktiv tätig.

Er war Mitbegründer der Volksbank Münster, der Ur- und Keimzelle der heutigen Volksbank Main-Taunus, die ihren jetzigen Namen nach Fusionen mit der ehemaligen Volksbank Bad Soden und der ehemaligen Volksbank Hofheim führt.

Aber auch im berufsständischen Bereich wirkte der Gründer aktiv mit. Er war Mitglied der Innung des Bauhandwerks des Main-Taunus-Kreises und wurde später Obermeister.

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim UnternehmenDoch nun zur zweiten Generation. Die beiden Söhne des Gründers Peter geboren 10. Mai 1905 und Franz 05.04.07 geboren arbeiten im väterlichen Betrieb mit.

Aber auch sie machten eine Ausbildung, die zu Abschlüssen führte. Franz Herr legte seine Meisterprüfung ab und war damit Maurermeister. Sein älterer Bruder Peter war Maurermeister und Architekt. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte das Baugeschäft und damit die 3. Herr’s und weitere Mitarbeiter mehrere Jahre in Münster an einem größeren Projekt mitarbeiten können. Es handelte sich um die alte Farbwerkssiedlung. Hier wurden mehr als die Hälfte aller Häuser durch das Baugeschäft Herr errichtet.

In dieser Zeit waren die 3 Herr’s aber auch außerhalb tätig und zwar für das Wasser- und Schifffahrtsamt Frankfurt. Unterhaltungsarbeiten an den Staustufen und Kraftwerken von Gustavsburg, Eddersheim, Griesheim, Offenbach und Krotzenburg wurden durch die Firma erledigt.

Die beiden Söhne wurden im Zweiten Weltkrieg zur Wehrmacht eingezogen. Franz kam kurz nach Kriegsende aus der Gefangenschaft nach Hause. Sein älterer Bruder Peter kehrte erst 3 Jahre später aus der Gefangenschaft zurück. Beide nahmen ihre Mitarbeit im väterlichen Betrieb auf und sie übernahmen dann gemeinsam das Geschäft vom Vater.

1950 schied Franz Herr aus dem Baugeschäft aus und gründete ein eigenes Fliesengeschäft. An Aufträgen für die Firma sind zwei Gruppen interessant und deshalb zu erwähnen. Nach dem zweiten Weltkrieg etablierte sich in Frankfurt der Zwei-Zonen Wirtschaftsrat zuständig für die britische und amerikanische Besatzungszone. Der Sitz der zukünftigen Bundeshauptstadt Frankfurt oder Bonn war noch offen. Sowohl für die Mitarbeiter des Zwei-Zonen Wirtschaftsrates als auch für den Nachweis vorhandenen Wohnraumes in guter Lage als Pluspunkt im Ringen um die Wahl zur Bundeshauptstadt mussten schnell Häuser gebaut werden. So nahm man Holzhäuser, die auf gemauerten Kellern aufgesetzt wurden und durch Terrassen und Treppenanlagen weitere Maurerarbeiten erforderten. Auf diese Weise entstand in Kelkheim „Im Herrenwald“ die im Volksmund sogenannten Bizonensiedlung. Dies gab dem Baugeschäft Herr die Möglichkeit zu Arbeiten „vor der Haustür“ und diese Chance wurde sowohl im „heimischen Bereich“ als auch in Bad Soden genutzt.

Der „heimische Bereich“ hatte sich inzwischen ja verändert, denn Münster war seit dem 1. April 1938 Stadtteil der Stadt Kelkheim geworden.

Einen weiteren Hinweis zur Bizonensiedlung sei mir gestattet. Ein Mitarbeiter des Zwei-Zonen Wirtschaftsrates wurde der erste langjährige Präsident des neu geschaffenen Kartellamtes nämlich Prof. Günther und er wohnte bis zu seinem Lebensende in einem der Holzhäuser der Siedlung als Pendler zwischen Kelkheim und Berlin. Auftraggeber für diese Bauten war das Staatsbauamt Wiesbaden.

Die zweite Gruppe von Arbeiten in dieser Zeit waren Gewerbebauten in Kelkheim. Zu nennen sind hier Werkstattgebäude der Möbelfabrik Gebrüder Wolf in der Frankfurter Straße und das Kesselhaus der Büromöbelfabrik mit eigenem Furnierwerk Gebrüder Dichmann AG an der Hauptstraße Kelkheim. Zu dem Kesselhaus kam Anfang der 50ziger Jahre für die Gebrüder Dichmann AG eine große Werkhalle und hier verzahnen sich im Arbeitsbereich die dritte mit der zweiten Generation, denn der 1936 geborene Peter Herr konnte als 17jähriger seine praktische Mitarbeit im Betrieb an dieser Werkhalle aufnehmen.

Die Arbeit in diesen Jahren umfasst selbstverständlich auch viele Wohnhäuser, denn die Entwicklung der Stadt Kelkheim zu einer bevorzugten Wohnstadt am Südhang des Taunus brachte allen Kelkheimer Baugeschäften viele Aufträge ein.

Für die Firmengeschichte ist zu berichten, dass Peter Herr der zweiten Generation 1977 das Baugeschäft seinem Sohn übertrug. Damit ging die Leitung und Führung des Betriebes auf die dritte Generation über. Mit der Übernahme erhielt, wie übrigens in vielen handwerklichen und mittelständischen Betrieben die Frau des Chefs zusätzliche Arbeit.

Klara übernahm kaufmännische Arbeiten für den Betrieb. Einen Teil davon führt sie bis heute noch aus. Die Geschäftstätigkeit erstreckte sich nun auf Hoch- und Tiefbau sowie Altbausanierung. An Bauten sind zu erwähnen das Pfarrzentrum St. Dionysius, in dem wir uns befinden, und zu dem neben dem Neubau hier, der interessante Anbau und Ausbau der Scheune gehört. Mitte der 80ziger Jahre erstellte die Firma Herr das Feuerwehrhaus in Kelkheim Mitte. In dieser Zeit entstanden auch Bauten in der Stadtmitte Süd durch das Unternehmen. Hier beteiligte sich auch der Firmeninhaber mit einem Partner als Investor eines Wohn- und Geschäftshauses – geworben und überzeugt zu diesem Handeln in einer ganzen Reihe von Gesprächen durch den damaligen Bürgermeister Dr. Winfried Stephan. Ich hoffe nur, dass der Investor und sein Partner die damalige Entscheidung bis heute nicht bereut haben.

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim UnternehmenPeter Herr in der dritten Generation arbeitet mit bis zu 20 Mitarbeitern und damit komme ich zu einem weiterem wichtigen Punkt in der Firmengeschichte. Ohne Mitarbeiter funktioniert kein mittelständischer Betrieb und ohne gute Mitarbeiter werden keine guten Leistungen erbracht.

Die Mitarbeiter der Firma Herr kamen bereits in der ersten Generation aus Kelkheim, Hornau und Schneidhain. Ein Markenzeichen der Firma ist die Treue der Mitarbeiter zu ihrer Firma. So konnte vor 10 Jahren zum 90jährigen Bestehen damals noch lebende Mitarbeiter genannt werden, die mit dem Großvater und Vater des heutigen Firmeninhabers ihr Arbeitsleben lang zusammengearbeitet hatten. Es war dies der „Herbert-Heiner“ nämlich Heinrich Herbert aus Münster und Johann Herr aus Hornau, der kurz vor dem Firmenjubiläum seinen 90. Geburtstag gefeiert hatte. Aber auch zum 100jährigen Firmenjubiläum sollen 2 langjährige Mitarbeiter besonders erwähnt werden. Es sind dies die Herrn Rafiele und Höfle. Herr Rafiele kann auf 34 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken, Herr Höfler kann dies für einen noch längeren Zeitraum, nämlich 42 Jahre.

An diesem genannten herausragenden Beispielen wird deutlich, dass die guten Leistungen der Firma auch ganz wesentlich auf Mitarbeitern beruhen, die langjährig in der Firma beschäftigt sind. Daraus lässt sich auch ableiten, dass Mitarbeiter und Unternehmer wechselseitig zufrieden sind in ihrer Zusammenarbeit.

Sie können deshalb auch Geschaffenes als ihre gemeinsame Leistung ansehen.

Zur dritten Generation müssen 3 Engagement’s erwähnt werden:
Peter Herr hat sich in der Kelkheimer Kommunalpolitik bis heute engagiert. Der Wandel unserer Gesellschaft hat es leider mit sich gebracht, dass immer weniger Unternehmer die zeitaufwendige Mitarbeit in kommunalen Gremien wahrnehmen. Insoweit gebührt Peter Herr Dank für seine bisherige langjährige Mitarbeit.

Lange Jahre hat er auch im kirchlichen Bereich mitgewirkt und seine Kenntnisse auf einer ganzen Reihe von Gebieten in die Arbeit des Verwaltungsrates eingebracht.

Weiterhin ist Peter Herr seit Jahren im Aufsichtsrat der Volksbank Main-Taunus tätig. Hier hat er den gesamten Weg der Volksbank Münster über die bereits geschilderten Fusionen zur heutigen Bank begleitet. Eine seiner in diesem Gremien immer wieder gestellt Frage lautet: Wie sehen unsere Kunden diese vorgeschlagene Entscheidung, wenn wir sie im Aufsichtsrat so treffen, und wie wirkt sich die Entscheidung längerfristig auf das Verhältnis Kunde Bank aus.

Alle genannten 3 Bereiche zeigen auf, dass Peter Herr sich auch in die Gemeinschaft eingebracht hat.

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim UnternehmenDoch nun zur vierten Generation. Peter Herr jun. ist seit 26 Jahren im Baugeschäft tätig. Er erhielt 1989 seine Meisterbriefe im Mauer-, Beton- und Stahlbetonbauerhandwerk. Seit dem 1. Januar 2000 ist er Mitinhaber des Bauunternehmens. Die Firmenbezeichnung hat sich geändert und lautet nun: Peter Herr VI Sohn OHG.

Zum Schluss noch einige Gedanken, die sich bei dieser Firmengeschichte aufdrängen.

  • Ein junger Mann mit 24 Jahren hat das Unternehmen gegründet.
  • Die Firma ist geprägt durch Kontinuität in der Unternehmensführung.
  • Dies gilt auch in hohem Maße für die Mitarbeiter.
  • Zur Firmenphilosophie gehört ein überschaubares, mittelständisches Unternehmen zu erhalten, das in Boomzeiten keine Ausweitung erfahren hat und in schwierigen Zeiten keine Verkleinerung nötig hat.

Die heutigen Probleme im Baugewerbe sind bekannt. Diese Problemstellungen hat auch die Firma Peter Herr VI. OHG.

 

Peter Herr VI. Sohn OHG / Kelkheim Unternehmen

Die bis jetzt 100jährige Geschichte des Unternehmens ist Anlass heute realistischen Optimismus bei gutem Zusammenwirken von Mitarbeitern und Unternehmern der Firma Peter Herr Sohn VI OHG eine weitere gute Zukunft zu wünschen.

 

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